Die Anwendungen die heute als klassische oder schwedische Massage bekannt sind werden auf den Begründer des Zentralinstitutes für Heilgymnastik und Massage in Stockholm P.H. Ling (1776 - 1839) zurückgeführt.

Eine regelrechte Massageeuphorie wurde jedoch erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den Arzt Metzger in Amsterdam ausgelöst. Seinen medizinischen Vorträgen und Abhandlungen ist es wohl auch zu verdanken das die Massage wieder zu medizinischer Bedeutung im Westen kam.

Es folgten fast unzählige Abhandlungen bekannter Ärzte über die vielfältigen Wirkungen der Massage. Erstmals wurde 1937 von Prof. Kohlrausch die Beeinflussung innerer Organe durch gezielte Massagebehandlungen beschrieben. Auslöser für seine Forschung über Muskelreflexzonen waren die Erfolge der Eigenversuche von der Physiotherapeutin Elisabeth Dicke (1884 - 1952). Sie entwickelten daraufhin die Bindegewebsmassage die eine reflektorische Heilwirkung auf erkrankte Organe hat.

Etwa zur selben Zeit wurde die Periostbehandlung von P.Vogler erarbeitet. Von 1932 - 1936 spezialisierte der Däne Emil Vodder einen Teilbereich der Massage zur "manuellen Lymphdrainage". Allerdings vergingen noch 40 Jahre bevor das erste Lehrbuch über dieses Verfahren erschien.

Die "Königin der physikalischen Therapie", wie die Massage von dem Naturarzt Ulrich Abele bezeichnet wurde, ist heute die erste Wahl im Rahmen der Prävention. Es haben sich verschiedene Verbindungen aus der westlichen und östlichen Tradition ergeben, zu denen auch die ON-SITE-Massage zählt.

Die schwedische Massagelehre muss aus didaktischen Überlegungen heraus in verschiedene Wirkungsmechanismen eingeteilt werden.

Diese sind die

  • Mechanische Wirkung
  • Hyperämisierende Wirkung
  • Schmerzlindernde Wirkung

desweiteren erzielt die klassische Massage einen Einfluss auf

  • Muskeltonus
  • Stoffwechsel

Auch müssen an dieser Stelle die psychologischen und pädagogischen Aspekte
erwähnt werden.

Die häufige Lehrmeinung, dass bei einer Erkrankung das Behandlungsgebiet mit einem umschriebenen Griffrepertoire bearbeitet wird, wurde von Kohlrausch (1973) sinngemäß mit folgenden Worten charakterisiert:

"Die deutsche Massagelehre geht vom Griff aus und nicht vom Tastbefund."

Das bedeutet, es werden Griffe für jeden Körperteil nur eingeübt und entsprechend der Lokalisation der jeweiligen Erkrankung abgespult. Dosierung und Griffauswahl müssen hingegen dem individuellen Befund des Patienten angepasst werden.

"Der Tastbefund gestaltet die Grifftechnik", und "massiert wird nur dort, wo das Gewebe von der Norm abweicht";

diese Aussage Kohlrauschs sind die bestimmenden Faktoren für die praktische Durchführung von Massagen.

Home